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Stille

Irgendwann fiel mir beim Motorradfahren auf, dass es in meinem Kopf immer ziemlich schnell still wird, kaum dass ich losgefahren bin. Ich bin ganz auf das konzentriert, was ich tue. Und wenn ich doch einmal abgelenkt bin, bekomme ich das unmittelbar zu spüren.

Die Wahrnehmung verändert sich. Ich bleibe nicht mehr an allem haften, sondern habe nur meinen Weg im Blick. Ich hadere dann auch nicht mit dem, was andere gerade tun, sondern richte mich darauf ein, weiche dem aus, beharre nicht auf mein Recht, weil da kein Blech und kein Airbag sind, die mich schützen könnten.

Interessant ist auch, wieviele Kaskoversicherungen bei den Sicherheitstrainings abgeschlossen wurden, bei denen ich dabei war. Nämlich keine. Man ist sich seiner Schwächen wie seiner Verletzlichkeit bewusst und bleibt innerhalb der durch das eigene Können klar definierten Grenzen.

Man ist sich seiner selbst sehr, sehr bewusst. Diese Selbstbewusstheit und die gedankliche Stille gehen Hand in Hand einher. Aber man denkt auch nicht darüber nach, ob man etwas kann oder nicht, man weiß es einfach. Intuitiv, ohne Worte.